Donnerstag, 17. März 2016

Windows 10 - wo liegt das Problem?!

Windows 10 an sich ist nicht schlecht - so viel sei gleich mal gesagt. Vermutlich ist es sogar seit Windows 7 das beste Betriebssystem von Microsoft. Denn Windows 10 vereint die Stabilität von Windows 7 und Windows 8.1 und nutzt dabei einen aufgeräumten Desktop ohne den Versuch mit Kacheln irgendetwas Neues und/oder Unausgegorenes zu erfinden.

Aber...

Leider ist es nun mal so, dass Microsoft mit Windows 10 auch eine enorme Datenkrake verbreitet. Windows 10 - genauer gesagt der neue Suchassistent namens Cortana - will so ziemlich alles mitlesen und wissen und verarbeiten. Das bedeutet, dass jede E-Mail, jeder Benutzername, jeder belanglose Text und jeder wichtige Text von Cortana analysiert, gespeichert und weitergeleitet wird. Es könnten sich ja darin verwertbare Informationen für Ihren nächsten Einkauf befinden...

"Wenn Cortana eingeschaltet ist, erfasst und verwendet Microsoft Daten wie Standortinformationen und Standortverlauf Ihres Geräts, Kontakte, Spracheingaben, Suchverlauf, Kalenderinformationen, Inhalte und Kommunikationsverlauf von Nachrichten und Apps sowie andere Daten auf Ihrem Gerät. In Microsoft Edge erfasst und verwendet Cortana Ihren Browserverlauf", heißt es auf der Support-Seite von Microsoft. 

Exkurs: Ich habe ja nichts zu verbergen!

Die wenigsten von uns sind Schwerverbrecher oder Cyber-Kriminelle. Dennoch behaupte ich, dass Sie mir nicht alle Ihre Daten zur Verfügung stellen wollen. Wenn doch, so lade ich Sie gerne ein JEDE Ihrer E-Mails auch an  zu schicken. Ich sehe mir dann alle Ihre Nachrichten in Ruhe an und entscheide dann. Kein beruhigender Gedanke, oder? Also warum diese Daten an Microsoft übergeben? Und die wollen sogar noch Ihre Kalendereinträge, Ihren Standort, Ihre Kontakte,...

Und was kann ich jetzt dagegen machen?

Glücklicherweise hat man uns die Möglichkeit gelassen, die meisten Datensammelaktivitäten zu unterbinden. Das kommt natürlich nicht ohne Preis - denn Sie verlieren ein bisschen Komfort. Stellt sich jedoch die Frage, ob ich bei einem Stand-PC ständig mein Mikrofon (sofern überhaupt eines vorhanden ist) überwacht brauche. 
Ein weiterer angenehmer Zug ist, dass Sie sogar die Einstellungen pro App (vormals einfach als "Programm" bekannt) vornehmen können. Also kann ich zum Beispiel Microsoft Word die Verwendung meiner Kamera (wozu auch immer) erlauben, aber sie für Microsoft Excel unterbinden.


Hier finden Sie die wichtigsten Maßnahmen

Öffnen Sie die Einstellungen-App über das Startmenü. Fortgeschrittene oder Short-Cut Fans können die Tastenkombination Windows-Taste und i verwenden.
Anschließend klicken Sie auf Datenschutz, um das entsprechende Menü zu öffnen.

Allgemein
Am Besten beginnen Sie gleich unter dem Reiter Allgemein. Vor allem beim ersten und dritten Schalter sollten Sie die von Microsoft gewählten Vorgaben anpassen.

Beim ersten Schalter möchte Microsoft Ihnen personalisierte Werbung in Apps von Drittanbietern einspielen. Microsoft nennt das ein „Erlebnis“. Deaktivieren Sie diesen Punkt. Zum Hintergrund: Um Nutzer über die Verwendung mehrerer Programme und Dienste hinweg zu identifizieren, arbeitet Microsoft (wie auch Google) mit einer sogenannten Werbe-ID. Die ist mit dem bei der Registrierung von Windows 10 angegebenen E-Mail-Konto verknüpft und dient dazu, auf Ihre Interessen zugeschnittene Werbung einzuspielen.

Bei Schalter Nummer 3 möchte Microsoft an Informationen zu Ihrem Schreibverhalten kommen. Wie ein genauerer Blick verrät, sendet Windows 10 dabei „getippte und handgeschriebene Wörter“ in die Zentrale. Für die Verbesserung einiger Microsoft-Dienste mag das sinnvoll sein, für Ihre Privatsphäre ist das eher eine Katastrophe.

Auch den Zugriff von Webseiten auf Ihre Sprachlisten sollten Sie deaktivieren.

Feedback und Diagnose
Um die Übertragung persönlicher Daten zu verhindern, sollten Sie hier mindestens die Einstellung Verbessert wählen – oder besser gleich Einfach.

Cortana deaktivieren
Mit Cortana will Microsoft Google (Google Now) und Apple (Siri) Konkurrenz machen. Damit die persönliche Assistentin ihren Dienst verrichten kann, benötigt sie, genauso wie die Angebote der Konkurrenz, ziemlich viele persönliche Daten. Entsprechend sammelt Microsoft fleißig, um den Wissensdurst zu stillen. Stört Sie das, klicken Sie unter Spracherkennung, Freihand und Eingabe auf Kennenlernen beenden. Allerdings deaktivieren Sie damit neben Cortana die Diktierfunktion des Betriebssystems. Wenn es Ihnen wichtig ist mit Ihrem Computer sprechen zu können, dann werden Sie mit der Aufgabe Ihrer Daten leider leben müssen.

Abseits der kritischen Punkte enthalten auch die anderen Reiter Optionen, die Sie sich näher anschauen und über die Sie persönlich entscheiden sollten.

So versucht Microsoft beispielsweise von Haus aus, Ihren Standort zu bestimmen. Unter dem Eintrag Position lässt sich das deaktivieren.

Hier finden Sie viele weiterführende Links zum Deaktivieren weiterer Optionen und Hintergrunderklärungen dazu.

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